Ein Kurzportrait der Rassen Araber-Berber

 

Entstehung

Enstanden vor rund 1000 Jahren durch gezielte Kreuzung zwischen dem in ganz Nordafrika einheimischen Berberpferd und dem Araber, vereint der Araber-Berber in unvergleichlicher Weise die Vorteile beider Ursprungsrassen. So tragen diese Pferde Mut, Nervenstärke, Robustheit und Treue des Berbers gleichermassen in sich wie die Schnelligkeit, Ausdauer und Schönheit des Araberpferdes.

In Ländern wie in Spanien und Frankreich ist das Araber-Berber Pferd bereits seit längerem bekannt und erfreut sich dort genauso grosser Beliebtheit wie in seinen Ursprungsländern Marokko, Algerien und Tunesien. Der Araber-Berber stellt heute die am weitesten verbreitete Pferderasse in Nordafrika dar, gefolgt vom reinrassigen Araber, dem Anglo-Araber und dem Berber.

Zucht

Die gezielte Zucht des Araber-Berbers begann in Deutschland Anfang der neunziger Jahre mit dem Ende der Ausfuhrsperre für Pferde in Nordafrika und steckt noch in den Anfängen. Erst seit 1993 wird diese besondere Rasse, wie auch die des Berbers, im Zuchtbuch des VFZB (Verein der Freunde und Züchter des Berberpferdes) geführt. Daher existieren bisher nur wenige Pferde dieser eigenständigen Rasse bei uns, die jedoch steigendes Interesse verzeichnet.

Rasseeigenschaften

Der Araber-Berber zeichnet sich durch seine weichen, fliessenden Gänge aus und verfügt über Stockmasse zwischen 1,50 und 1,60 m. Araber-Berber haben einen ehrlichen Charakter, mögen gern die Nähe des Menschen, sind wachsam und scheuen selten.
Der Araber-Berber soll im Exterieur die Eigenschaften des Berbers und des Vollblutarabers harmonisch und gefällig in sich vereinen, was sich besonders in einer stärker orientalischen Ausstrahlung und einem eleganteren Körperbau ausdrückt. Ausserdem sind die Bewegungen des Araber-Berbers häufig raumgreifender und schwingender als beim Berber.

Berber

Der Berber führte durch viele Epochen hindurch seine Reiter zum Kampf, denn er war aufgrund seiner Eigenschaften immer ein vorzügliches Kriegspferd. Auch bei den grossen Reitmeistern der Renaissance und des Barock war das Berberpferd durch seine Veranlagung für die klassische Dressur und die hohe Schule ein gefragtes Pferd.

Seine Wesensfestigkeit, die Charakterstärke und Ausgeglichenheit machen das Berberpferd heute zum idealen Begleiter für die Familie und zum Partner des ambitionierten Freizeitreiters. Eine hervorzuhebende Eigenschaft ist der ausserordentliche Bezug zum Menschen. Der Berber baut eine starke Bindung zu seinem Besitzer auf und dankt diesen Familienanschluss mit Treue, Ausgeglichenheit und Mut. Er ist ein ausgesprochen genügsames, leichtfuttriges Pferd, das bei einem guten Unterstand robust gehalten werden kann.

So wird der Wanderreiter vornehmlich die Ausdauer des scheufreien, trittsicheren und weich zu sitzenden Berberpferdes geniessen. Bei entsprechendem Training kann man mit ihm durchaus erfolgreich an Jagden oder Distanzrennen teilnehmen.
Der klassische Dressurreiter freut sich über das barocke Exterieur und nutzt die Rittigkeit sowie die Versammlung um ihn in der Hohen Schule auszubilden. Der Berber ist ausgesprochen gelehrig und macht die Trainingstunden willig mit.
Das quadratische Format und die immense Wendigkeit ermöglicht nicht zuletzt dem Westernreiter eine zielgerichtete Ausbildung.

Die detaillierten Rassemerkmale der Berberpferde sind der 'Satzung und Zuchtbuchordnung' des VFZB (Verein der Freunde und Züchter des Berberpferdes) zu entnehmen. Das Zuchtbuch des VFZB ist vom Weltberberverband OMCB (Organisation Mondiale du Chevale Barbe) anerkannt und stellt damit die Richtlinie für die Rasse in Deutschland dar.

Mit freundlicher Genehmigung von Dietmar Lohr